da sich der letzte Gürtel gestern nicht mehr photographieren lassen wollte, heute erst die Bilder davon:
Wie gehabt Vorder- und Rückseite. Auftragsarbeit, Muster bei Anneliese Bläse geklaut - auch wenn ich immernoch der Meinung bin, dass das Band in der Galerie bei ihr nicht 9, sondern 11 Musterfäden haben muss vom Photo her... Dadurch sieht meine Umsetzung ein kleines bisschen anders aus, aber... denke, das passt.
Raka
Sonntag, 2. Oktober 2011
Gürtelweberei
Während der Woche habe ich immer mal wieder zwischendurch, wenn ich ein paar Minuten Zeit hatte, an meiner neuen Mustermappe für die Kammweben-Workshops im nächsten Jahr gearbeitet. Diese wird natürlich nach und nach immer weiter anwachsen, zur Zeit sind es nur ein paar "gürteltaugliche" einfarbige Muster mit 9 Musterfäden. Diese möchte ich in der Mappe (und demnächst auch auf der HP) von den anderen Mustern trennen, da ein Muster für einen Gürtel doch andere Ansprüche hat als für eine Borte...
Ich hab' versucht, die Muster möglichst sinnvoll zusammen zu gruppieren, also Muster, die aus gleichen/ähnlichen Elementen bestehen auch zusammen auf eine Seite zu packen.
Und da Muster ohne Beispielphotos langweilig sind, habe ich heute zwei weitere davon photographiert, die hier schon 'ne Weile rumliegen, danach streikte leider die Kamera, Rest folgt (jeweils Vorder- und Rückseite):
Auf den Bildern erkennt man recht gut, was ich mit "Ansprüchen an Muster für Gürtel" meinte:
- sieht auf beiden Seiten aus wie geplantes Muster, keine klassische "Rückseite" erkennbar (da Teile des Gürtels normalerweise von beiden Seiten sichtbar sind)
- keine längeren Fäden auf beiden Seiten (jeder Faden immer höchstens 5 Reihen lang auf einer Seite), damit nichts an Schlaufen hängen bleiben und den Gürtel kaputt machen kann)
Der nächste Gürtel ist schon angefangen (für heute reicht es meinem Rücken, da in diese Wohnung kein Webrahmen mehr passt), weitere Musterbriefe werden wohl in den nächsten Wochen (weiterhin nebenbei in kurzen ruhigen Momenten) entstehen...
Raka
Ich hab' versucht, die Muster möglichst sinnvoll zusammen zu gruppieren, also Muster, die aus gleichen/ähnlichen Elementen bestehen auch zusammen auf eine Seite zu packen.
Und da Muster ohne Beispielphotos langweilig sind, habe ich heute zwei weitere davon photographiert, die hier schon 'ne Weile rumliegen, danach streikte leider die Kamera, Rest folgt (jeweils Vorder- und Rückseite):
Auf den Bildern erkennt man recht gut, was ich mit "Ansprüchen an Muster für Gürtel" meinte:
- sieht auf beiden Seiten aus wie geplantes Muster, keine klassische "Rückseite" erkennbar (da Teile des Gürtels normalerweise von beiden Seiten sichtbar sind)
- keine längeren Fäden auf beiden Seiten (jeder Faden immer höchstens 5 Reihen lang auf einer Seite), damit nichts an Schlaufen hängen bleiben und den Gürtel kaputt machen kann)
Der nächste Gürtel ist schon angefangen (für heute reicht es meinem Rücken, da in diese Wohnung kein Webrahmen mehr passt), weitere Musterbriefe werden wohl in den nächsten Wochen (weiterhin nebenbei in kurzen ruhigen Momenten) entstehen...
Raka
Dienstag, 27. September 2011
Vorschau: des Entchens neue Kleider
Da Mitbewohnerin und so ziemlich sämtliche Nachbarn noch im Urlaub, gibt's heut nur miserable Spiegelphotos vom momentanen Stand des Projektes "Grabrekonstruktion Eltville 459".
Mit der Erkenntnis, dass unser Badezimmerspiegel dringend mal geputzt werden müsste - die weiße Fussel über/neben der Fibel war NICHT auf dem Kleid ;)
Metallfunde bis auf die Gürtelschnalle fehlen noch.
Der eigentlich zum Kleid gehörende Gürtel mit dem "richtigen" Bronzeschnallenreplikat war leider irgendwie gerade nicht auffindbar, also musste erstmal der mit der Alterdinger Greifenschnalle (immerhin richtiges Jahrhundert... ;) ) herhalten. Wobei der Gürtel ausnehmend gut zum Kleid passt, wie ich feststellen musste - vielleicht mache ich mir da nochmal so einen ähnlichen dazu...
Die kleine Drahtfibel am Ausschnitt soll nur die Tragweise und den Grund für diese Ausschnittform verdeutlichen - da kommen zwei Almandinrosettenscheibenfibel-Rekonstruktionen hin. Deshalb auch die Länge des senkrechten Ausschnitt-Teils. Wahlweise kann dann auch eine Fibel auf der Höhe getragen werden wo auf dem Bild die Drahtfibel sitzt und die zweite zum Verschließen eines Schultertuches verwendet werden - je nach Wetter und Anlass ;)
Die Ärmelkonstruktion ist ebenfalls Absicht, wie die Ausschnittkonstruktion eine Interpretation der Metallfunde: Ärmel bis zum Handgelenk würden sich mit dem massiven Kolbenarmreifen verhaken, und bei direkt neben diesem liegende Ärmelabschlussborten würde beides nicht so zur Geltung kommen. Komplett kurze Ärmel würden aber je nach Witterung sehr unpraktisch sein. Deshalb diese Kombination aus halblang und bis auf die Handfläche.
Auf das Kleid kommen noch kammgewebte Borten - mangels Mustergewebe-Funden vor dem 9. Jahrhundert Einzugsmuster mit kleinen Ripstechnik-Elementen (bereits für Hallstatt nachgewiesen). Hätte ja gerne Dreifarbentechnik-Borte draufgepackt (weil's einfach zu viel Spaß beim Weben macht), aber da gibt es außerhalb Litauens und vorm Hochmittelalter auch keine Belege... Und wenn schon Reko, dann richtig ;)
Fleißig weiterwerkelnde Grüße,
Raka
Mit der Erkenntnis, dass unser Badezimmerspiegel dringend mal geputzt werden müsste - die weiße Fussel über/neben der Fibel war NICHT auf dem Kleid ;)
Metallfunde bis auf die Gürtelschnalle fehlen noch.
Der eigentlich zum Kleid gehörende Gürtel mit dem "richtigen" Bronzeschnallenreplikat war leider irgendwie gerade nicht auffindbar, also musste erstmal der mit der Alterdinger Greifenschnalle (immerhin richtiges Jahrhundert... ;) ) herhalten. Wobei der Gürtel ausnehmend gut zum Kleid passt, wie ich feststellen musste - vielleicht mache ich mir da nochmal so einen ähnlichen dazu...
Die kleine Drahtfibel am Ausschnitt soll nur die Tragweise und den Grund für diese Ausschnittform verdeutlichen - da kommen zwei Almandinrosettenscheibenfibel-Rekonstruktionen hin. Deshalb auch die Länge des senkrechten Ausschnitt-Teils. Wahlweise kann dann auch eine Fibel auf der Höhe getragen werden wo auf dem Bild die Drahtfibel sitzt und die zweite zum Verschließen eines Schultertuches verwendet werden - je nach Wetter und Anlass ;)
Die Ärmelkonstruktion ist ebenfalls Absicht, wie die Ausschnittkonstruktion eine Interpretation der Metallfunde: Ärmel bis zum Handgelenk würden sich mit dem massiven Kolbenarmreifen verhaken, und bei direkt neben diesem liegende Ärmelabschlussborten würde beides nicht so zur Geltung kommen. Komplett kurze Ärmel würden aber je nach Witterung sehr unpraktisch sein. Deshalb diese Kombination aus halblang und bis auf die Handfläche.
Auf das Kleid kommen noch kammgewebte Borten - mangels Mustergewebe-Funden vor dem 9. Jahrhundert Einzugsmuster mit kleinen Ripstechnik-Elementen (bereits für Hallstatt nachgewiesen). Hätte ja gerne Dreifarbentechnik-Borte draufgepackt (weil's einfach zu viel Spaß beim Weben macht), aber da gibt es außerhalb Litauens und vorm Hochmittelalter auch keine Belege... Und wenn schon Reko, dann richtig ;)
Fleißig weiterwerkelnde Grüße,
Raka
Nachwuchs im Nadel-Zoo
Ich glaube, ich habe eine Lösung für das Problem mit dem fehlenden Ausschnitt-Nähgarn gefunden... Habe den ganzen Abend Nähte aufgetrennt an den Ärmeln, mit schwarzem Baumwollgarn (auch wenn es mich tierisch ärgert, dass das ganze jetzt nicht mehr so schön "a" ist wie vorher) wieder zusammen genäht und jetzt wieder genug von dem grünen Garn über um das Kleid fertig zusammenzunähen. Update folgt vermutlich morgen.
Bis dahin ein Photo von meiner "Nebenbeibeschäftigung" aus der Mittagspause heute:
Bei der letzten gemeinsamen Veranstaltung hat Sally einen Nadelrohling aus Horn in meiner Truhe vergessen, dem nur noch ein Loch fehlte... Bei meinem chronischen Nadelmangel (der zur Zeit mal wieder besonders extrem ist, habe nicht mal halb so viele wie ich bräuchte) war der einfach zu verlockend, also kurzerhand Messer gezückt und fertig.
Mit auf dem Bild: die erste Hornnadel, die Sally mir geschnitzt hat, als Beweis, dass das nicht die selbe Nadel ist, die Bronzenadel, die Sally mir zum Geburtstag geschenkt hat, und die Hornnadel, die ich mir in BüBu morgens spontan geschnitzt habe weil ich nicht genug Nadeln für Sallys Socken hatte.
Lustigerweise sind die Bronzenadel und die schwarze Hornnadel (der obere Teil ist übrigens, auf dem Photo schwer zu erkennen, halb durchsichtig) zur Zeit meine Lieblings-Nadelkombination für Spiraltechnik- würde man vom Größenunterschied nicht denken, aber die beiden wiegen nahezu das gleiche. Irgendwas muss ich mir jedoch noch wegen der unterschiedlichen Öhrgrößen überlegen, wie auf dem Bild unschwer zu erkennen arbeite ich sehr gerne mit 7er Mehrfacheinzügen, und mehr als 3er sind mit der Bronzenadel einfach nicht drin...
Raka
Bis dahin ein Photo von meiner "Nebenbeibeschäftigung" aus der Mittagspause heute:
Bei der letzten gemeinsamen Veranstaltung hat Sally einen Nadelrohling aus Horn in meiner Truhe vergessen, dem nur noch ein Loch fehlte... Bei meinem chronischen Nadelmangel (der zur Zeit mal wieder besonders extrem ist, habe nicht mal halb so viele wie ich bräuchte) war der einfach zu verlockend, also kurzerhand Messer gezückt und fertig.
Mit auf dem Bild: die erste Hornnadel, die Sally mir geschnitzt hat, als Beweis, dass das nicht die selbe Nadel ist, die Bronzenadel, die Sally mir zum Geburtstag geschenkt hat, und die Hornnadel, die ich mir in BüBu morgens spontan geschnitzt habe weil ich nicht genug Nadeln für Sallys Socken hatte.
Lustigerweise sind die Bronzenadel und die schwarze Hornnadel (der obere Teil ist übrigens, auf dem Photo schwer zu erkennen, halb durchsichtig) zur Zeit meine Lieblings-Nadelkombination für Spiraltechnik- würde man vom Größenunterschied nicht denken, aber die beiden wiegen nahezu das gleiche. Irgendwas muss ich mir jedoch noch wegen der unterschiedlichen Öhrgrößen überlegen, wie auf dem Bild unschwer zu erkennen arbeite ich sehr gerne mit 7er Mehrfacheinzügen, und mehr als 3er sind mit der Bronzenadel einfach nicht drin...
Raka
Montag, 26. September 2011
... und endlich läuft die Kamera!
Nachdem ich umzugsbedingt die letzten Augustwochen keine Zeit hatte und den September über nach dem Umzug die Kamera nicht mehr wollte, kommt hier jetzt endlich mal wieder wieder ein Update...
Das Kleid aus dem Frauenmantel-gefärbten Stoff ist so gut wie fertig, es fehlt nur noch der Ausschnitt - leider fehlt jetzt auch das passend dazu gefärbte Nähgarn, es reichte nicht ganz... Eigentlich sollten davon Photos on, sobald die Kamera wieder läuft, aber nun muss erstmal Ersatzgarn gefunden werden.
Statt dessen habe ich die letzten drei Tage quasi durchgenadelt. Das Schultertuch aus der Rittersporn-gefärbten Wolle im Åsle-Stich ist fast fertig, es fehlt nur noch die Umrandung. Auch drei gelb-grüne Gürtel (einer davon eine Auftragsarbeit) warten nur noch darauf, photographiert zu werden... folgt alles in den nächsten Tagen.
Heute musste ich erstmal feiern, dass die Kamera wieder läuft. Die Schritt-für-Schritt-Photos für die erste von vier Socken-Konstruktionsmethoden (eine der beiden Methoden den Uppsala-Fund nachzuarbeiten) sind fertig - und das dazugehörige Beispielprojekt mittlerweile auch:
Krapp- und Blauholzfärbung, Korgen-Stich, ca Größe 21 ;) Wenn jemand ein Kind kennt, dem sie passen könnten, mache ich gerne noch einen zweiten dazu. Die Konstruktionsmethode mit den zwei aneinandergenähten Anfängen lud einfach dazu ein, mit beiden Farben spiralförmig weiterzuarbeiten. Der Effekt gefällt mir sehr gut, vom Arbeiten her werde ich aber für die "richtigen" Projekte auf jeden Fall bei der norwegischen Methode bleiben.
Beispielprojekte mit Schritt-für-Schritt-Photos für die gängigere Art, Uppsala zu arbeiten und für die norwegische Methode werden hoffentlich diese Woche noch fertig, sofern mir nichts dazwischen kommt. Jetzt funktioniert die Kamera ja wieder, da ist die Motivation gleich wieder da...^^
Raka
PS: Empfohlene Musik für die Wartezeit:
Das Kleid aus dem Frauenmantel-gefärbten Stoff ist so gut wie fertig, es fehlt nur noch der Ausschnitt - leider fehlt jetzt auch das passend dazu gefärbte Nähgarn, es reichte nicht ganz... Eigentlich sollten davon Photos on, sobald die Kamera wieder läuft, aber nun muss erstmal Ersatzgarn gefunden werden.
Statt dessen habe ich die letzten drei Tage quasi durchgenadelt. Das Schultertuch aus der Rittersporn-gefärbten Wolle im Åsle-Stich ist fast fertig, es fehlt nur noch die Umrandung. Auch drei gelb-grüne Gürtel (einer davon eine Auftragsarbeit) warten nur noch darauf, photographiert zu werden... folgt alles in den nächsten Tagen.
Heute musste ich erstmal feiern, dass die Kamera wieder läuft. Die Schritt-für-Schritt-Photos für die erste von vier Socken-Konstruktionsmethoden (eine der beiden Methoden den Uppsala-Fund nachzuarbeiten) sind fertig - und das dazugehörige Beispielprojekt mittlerweile auch:
Krapp- und Blauholzfärbung, Korgen-Stich, ca Größe 21 ;) Wenn jemand ein Kind kennt, dem sie passen könnten, mache ich gerne noch einen zweiten dazu. Die Konstruktionsmethode mit den zwei aneinandergenähten Anfängen lud einfach dazu ein, mit beiden Farben spiralförmig weiterzuarbeiten. Der Effekt gefällt mir sehr gut, vom Arbeiten her werde ich aber für die "richtigen" Projekte auf jeden Fall bei der norwegischen Methode bleiben.
Beispielprojekte mit Schritt-für-Schritt-Photos für die gängigere Art, Uppsala zu arbeiten und für die norwegische Methode werden hoffentlich diese Woche noch fertig, sofern mir nichts dazwischen kommt. Jetzt funktioniert die Kamera ja wieder, da ist die Motivation gleich wieder da...^^
Raka
PS: Empfohlene Musik für die Wartezeit:
Montag, 8. August 2011
Standardfärbungen ohne Standardfarben
Da hatte ich mir so gedacht, versuche ich es mal mit den Färbedrogen, die alle anderen auch nehmen, und hab zusammen mit Sally kiloweise Rainfarn, Walnüsse und Birkenblätter gesammelt... Aber irgendwie kamen (wie man das von mir halt irgendwie immer so kennt...) mal wieder ganz andere Farbtöne raus.
Zuerst kamen die Nüsse. Bei anderen habe ich wunderschöne beige- bis schokoladenbraun-Töne gesehen... Bei mir wurde es orange. Außerdem dunkelte die Farbe unter Sauerstoffeinwirkung deutlich nach, weshalb ich beide Züge doppelt gefärbt und dazwischen nachdunkeln lassen habe. Nach dem Trocknen und Spülen ist es immerhin noch zu einem Orangebraun nachgedunkelt... 1. und 2. Zug je 200g.
Dann der Rainfarn. Man muss sagen, sehr ergiebig... Der Sud war irgendwie nicht tot zu kriegen, insgesamt hab ich 1,2kg Garn damit gefärbt. Zuerst gab's jede Menge leuchtendes hellgelb.
Dann begann der Krieg. Raka gegen das Eisensulfat... Da es bei der Frauenmantelfärbung so intensiv war, dass ich den Sud verdünnen musste bevor ich den Stoff dazu geben konnte (!), habe ich diesmal statt 3% nur 2% des Wollgewichts hinzugegeben. Es tat sich - gar nichts. Also nochmal 2%. Es tat sich - gar nichts. Nochmal pi mal Daumen die gleiche Menge - immer noch keine Reaktion, die Wolle war nach 20min immer noch genauso gelb wie vorher. Am Ende war ich bei geschätzten 15% - und nachdem die Wolle da anderthalb Stunden drin schwamm, wurde sie irgendwann grün. Naja, zumindest sollte es wohl grün sein. Erinnert eher ein bisschen an das Grau der NVA-Uniformen ;) Bild von der noch feuchten Wolle leider auf Grund der Lichtverhältnisse deutlich heller als Original, Sonne gibt's hier heute nicht...
Was ich mit 400g davon anfangen woll, weiß ich selber noch nicht... Irgendwie war es dann so spät, dass ich frustiert einfach im Bett verschwunden bin.
Heute morgen sah ich dann den ausgekühlten Sud da stehen, und es überkam mich... Ich habe nochmal einen kleinen Strang des gelben Wollhaufens (was soll ich mit 800g gelber Wolle?) reingeschmissen, und plötzlich hatte ich genau das, was ich haben wollte... Moosgrüne Wolle! Auch hier Bild wieder deutlich heller (und zusätzlich gelber) und Wolle noch nass.
Da mir die Farbe gut gefiel, flogen nochmal 100g hinterher... Auch die Farbe wurde super.
Was auch immer mir diese Ergebnisse sagen wollten... Von meinen frisch bestellten 1500g Wolle ist kaum noch was weiß, zusätzlich schwimmen jetzt noch immer abwechselnd zwei Züge à 200g im Walnusssud und dürfen zwischendurch immer wieder an der Luft nachdunkeln... Photos folgen (hoffentlich mit besseren Photos der Rainfarnfarben) in den nächsten Tagen, wenn alles getrocknet ist...
Raka
Zuerst kamen die Nüsse. Bei anderen habe ich wunderschöne beige- bis schokoladenbraun-Töne gesehen... Bei mir wurde es orange. Außerdem dunkelte die Farbe unter Sauerstoffeinwirkung deutlich nach, weshalb ich beide Züge doppelt gefärbt und dazwischen nachdunkeln lassen habe. Nach dem Trocknen und Spülen ist es immerhin noch zu einem Orangebraun nachgedunkelt... 1. und 2. Zug je 200g.
Dann der Rainfarn. Man muss sagen, sehr ergiebig... Der Sud war irgendwie nicht tot zu kriegen, insgesamt hab ich 1,2kg Garn damit gefärbt. Zuerst gab's jede Menge leuchtendes hellgelb.
Dann begann der Krieg. Raka gegen das Eisensulfat... Da es bei der Frauenmantelfärbung so intensiv war, dass ich den Sud verdünnen musste bevor ich den Stoff dazu geben konnte (!), habe ich diesmal statt 3% nur 2% des Wollgewichts hinzugegeben. Es tat sich - gar nichts. Also nochmal 2%. Es tat sich - gar nichts. Nochmal pi mal Daumen die gleiche Menge - immer noch keine Reaktion, die Wolle war nach 20min immer noch genauso gelb wie vorher. Am Ende war ich bei geschätzten 15% - und nachdem die Wolle da anderthalb Stunden drin schwamm, wurde sie irgendwann grün. Naja, zumindest sollte es wohl grün sein. Erinnert eher ein bisschen an das Grau der NVA-Uniformen ;) Bild von der noch feuchten Wolle leider auf Grund der Lichtverhältnisse deutlich heller als Original, Sonne gibt's hier heute nicht...
Was ich mit 400g davon anfangen woll, weiß ich selber noch nicht... Irgendwie war es dann so spät, dass ich frustiert einfach im Bett verschwunden bin.
Heute morgen sah ich dann den ausgekühlten Sud da stehen, und es überkam mich... Ich habe nochmal einen kleinen Strang des gelben Wollhaufens (was soll ich mit 800g gelber Wolle?) reingeschmissen, und plötzlich hatte ich genau das, was ich haben wollte... Moosgrüne Wolle! Auch hier Bild wieder deutlich heller (und zusätzlich gelber) und Wolle noch nass.
Da mir die Farbe gut gefiel, flogen nochmal 100g hinterher... Auch die Farbe wurde super.
Was auch immer mir diese Ergebnisse sagen wollten... Von meinen frisch bestellten 1500g Wolle ist kaum noch was weiß, zusätzlich schwimmen jetzt noch immer abwechselnd zwei Züge à 200g im Walnusssud und dürfen zwischendurch immer wieder an der Luft nachdunkeln... Photos folgen (hoffentlich mit besseren Photos der Rainfarnfarben) in den nächsten Tagen, wenn alles getrocknet ist...
Raka
Montag, 1. August 2011
MPS BüBu und viel Bastelei
Irgendwie ist das MPS ja in den letzten Jahren eines der liebsten Lästerobjekte der Mittelalterszene geworden - gleich nach Flokatibarbaren und Steckstühlen. Das liegt wohl daran, dass manche Leute immernoch nicht wahrhaben wollen, dass es sich dabei um keinen Mittelaltermark handelt - sicher, wäre es einer, wäre er Mist, da muss ich wohl zustimmen. Wenn man allerdings realisiert, dass es sich bei der Veranstaltungsserie um ein Festival handelt, das primär auf Musik, Gaukelei und allgemeine, nicht-mittelalterliche Bespaßung der phantasievollen Art ausgelegt ist... Dann sieht es plötzlich ganz anders aus. Wenn man nicht die ganze Zeit sammelt was es zu einem schlechten "Markt" macht, sondern sich auf diese eben ganz andere Veranstaltungsform einlässt fängt es einfach an, Spaß zu machen... Deswegen werden wir uns die anderthalb Wochen Dauerlagern in Bückeburg auch nicht verbieten lassen.
Es hat, wie schon im vergangenen Jahr, wahnsinnig Spaß gemacht. Wir hatten wahnsinnig tolle Nachbarn, bei denen wir ganz unbedingt demnächst mal vorbeischauen müssen (an dieser Stelle ein großes DANKE an alle Lagermitglieder für 10 wundervolle Tage und für die Hilfe beim Ratten einfangen während der Woche), natürlich waren auch wieder ziemlich viele alte Bekannte da, ohne die es vermutlich ebenfalls nur halb so lustig geworden wäre - auch an euch alle ein herzliches Dankeschön!
Es gab mal wieder viel, viel Chaos, viel Zeit zum Basteln, dutzende tolle neue Bekanntschaften, wie sich das halt für eine gute Veranstaltung gehört... Gleich am ersten Tag habe ich vier spontane Nadelbinde-Kurse gegeben, sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen, und viel über diverse historische Handarbeiten gefachsimpelt - irgendwie ist man doch jedes Mal überrascht, wie viele Leute auf dem MPS rumrennen und sich sonst ernsthaft mit Mittelalter beschäftigen, einfach auf Grund der eingangs erwähnten Problematik. Nebenbei gab's das ganze erste Wochenende fleißiges Projektbeenden - Sallys Wintersocken sind endlich fertig (leider schon von ihm einkassiert, deswegen keine Photos), die pinke Mütze auch, meine kleine Tasche hat endlich einen Knopf, und aus den Wollresten von Sallys Socken gabs noch eine kleine Handytasche...
Außerdem hat Sally uns samstags bei Mario noch eine wunderschöne Grillgabel geschmiedet (vielleicht mag er ja die Tage mal ein Photo davon hochladen) und ich mir eine schööööne neue Hornnadel geschnitzt, die ich leider grad in meiner großen Marktkiste nicht wiederfinde. Zum krönenden Abschluss des Wochenendes wurde ich dann noch von Jürgen einen guten halben Meter, vielleicht auch etwas mehr, leichter gemacht ;)
Während der Woche weitere Nadelbindekurse, ein gemütlicher Ausflug ins Bergbad und viel Entspannung, leider auch eine schlechte Nachricht... Meiner süßen kleinen Isolde ist das kühle Wetter wohl nicht so gut bekommen... Ruhe in Frieden, kleine Kuschelzicke!
Das zweite Wochenende stand dann nach dem Nadelwahn wieder im Zeichen des Webens. Die pinke Zumutung, die mich schon so lange nervte, ist endlich beendet (wurde zwar nur etwas über ein Meter, aber naja... vielleicht kann mans ja mal irgendwann gebrauchen.
Sally musste mir dazu ganz schnell ein Webschwert (naja, eher ein "Websax" ;) ) schnitzen, damit ich endlich nicht mehr improvisieren muss sondern was vernünftiges dazu habe... Arbeitet sich wunderbar damit! Stabiles Buchenholz, dürfte deutlich länger halten als die Bambus-Essstäbchen, die ich sonst meistens dazu zweckentfremdet habe...
Und kaum war der Kamm frei, konnte ich nicht anders... LITAUISCHE DREIFARBENTECHNIK! Die hat's mir einfach angetan, es macht einfach zu viel Spaß mit den dutzenden Varianten... Krapp-Hintergrund und weißer und Rittersporn-Muster, leider der Unterschied zwischen den Musterfarben auf den Bildern nicht so gut zu erkennen...
Das war's dann so weit von mir... Ich wende mich dann mal weiter den in der vergangenen Woche zusammengesammelten Färbepflanzen zu - Rainfarn und Moorbirke trocknen schon brav vor sich hin, die Walnüsse wandern wohl heut noch in die Färbewanne...
Lieben Gruß,
Raka
(die übrigens vergangene Woche erfahren hat, dass sie ab September im fernen Ausland, in Bayern, wohnen wird...)
Es hat, wie schon im vergangenen Jahr, wahnsinnig Spaß gemacht. Wir hatten wahnsinnig tolle Nachbarn, bei denen wir ganz unbedingt demnächst mal vorbeischauen müssen (an dieser Stelle ein großes DANKE an alle Lagermitglieder für 10 wundervolle Tage und für die Hilfe beim Ratten einfangen während der Woche), natürlich waren auch wieder ziemlich viele alte Bekannte da, ohne die es vermutlich ebenfalls nur halb so lustig geworden wäre - auch an euch alle ein herzliches Dankeschön!
Es gab mal wieder viel, viel Chaos, viel Zeit zum Basteln, dutzende tolle neue Bekanntschaften, wie sich das halt für eine gute Veranstaltung gehört... Gleich am ersten Tag habe ich vier spontane Nadelbinde-Kurse gegeben, sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen, und viel über diverse historische Handarbeiten gefachsimpelt - irgendwie ist man doch jedes Mal überrascht, wie viele Leute auf dem MPS rumrennen und sich sonst ernsthaft mit Mittelalter beschäftigen, einfach auf Grund der eingangs erwähnten Problematik. Nebenbei gab's das ganze erste Wochenende fleißiges Projektbeenden - Sallys Wintersocken sind endlich fertig (leider schon von ihm einkassiert, deswegen keine Photos), die pinke Mütze auch, meine kleine Tasche hat endlich einen Knopf, und aus den Wollresten von Sallys Socken gabs noch eine kleine Handytasche...
Außerdem hat Sally uns samstags bei Mario noch eine wunderschöne Grillgabel geschmiedet (vielleicht mag er ja die Tage mal ein Photo davon hochladen) und ich mir eine schööööne neue Hornnadel geschnitzt, die ich leider grad in meiner großen Marktkiste nicht wiederfinde. Zum krönenden Abschluss des Wochenendes wurde ich dann noch von Jürgen einen guten halben Meter, vielleicht auch etwas mehr, leichter gemacht ;)
Während der Woche weitere Nadelbindekurse, ein gemütlicher Ausflug ins Bergbad und viel Entspannung, leider auch eine schlechte Nachricht... Meiner süßen kleinen Isolde ist das kühle Wetter wohl nicht so gut bekommen... Ruhe in Frieden, kleine Kuschelzicke!
Das zweite Wochenende stand dann nach dem Nadelwahn wieder im Zeichen des Webens. Die pinke Zumutung, die mich schon so lange nervte, ist endlich beendet (wurde zwar nur etwas über ein Meter, aber naja... vielleicht kann mans ja mal irgendwann gebrauchen.
Sally musste mir dazu ganz schnell ein Webschwert (naja, eher ein "Websax" ;) ) schnitzen, damit ich endlich nicht mehr improvisieren muss sondern was vernünftiges dazu habe... Arbeitet sich wunderbar damit! Stabiles Buchenholz, dürfte deutlich länger halten als die Bambus-Essstäbchen, die ich sonst meistens dazu zweckentfremdet habe...
Und kaum war der Kamm frei, konnte ich nicht anders... LITAUISCHE DREIFARBENTECHNIK! Die hat's mir einfach angetan, es macht einfach zu viel Spaß mit den dutzenden Varianten... Krapp-Hintergrund und weißer und Rittersporn-Muster, leider der Unterschied zwischen den Musterfarben auf den Bildern nicht so gut zu erkennen...
Das war's dann so weit von mir... Ich wende mich dann mal weiter den in der vergangenen Woche zusammengesammelten Färbepflanzen zu - Rainfarn und Moorbirke trocknen schon brav vor sich hin, die Walnüsse wandern wohl heut noch in die Färbewanne...
Lieben Gruß,
Raka
(die übrigens vergangene Woche erfahren hat, dass sie ab September im fernen Ausland, in Bayern, wohnen wird...)
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